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Steinbeis-Beratungszentrum Wissensmanagement

Betriebliche Weiterbildung bleibt Dauerbaustelle

24.02.2026

Laut der aktuellen Studie von Mystery Minds und YouGov halten 82 Prozent der Befragten Lern- und Weiterbildungsangebote im Unternehmen für wichtig oder sehr wichtig. Insgesamt 56 Prozent der befragten Arbeitnehmenden geben sogar an, dass ein attraktives Lernangebot ihre langfristige Entscheidung beeinflusst, im Unternehmen zu bleiben. Gleichzeitig sagen allerdings 22 Prozent, dass es für sie schwer oder sehr schwer sei, ein passendes Lernangebot zu finden. Jeder sechste (16 %) führt aus, dass es in seinem Unternehmen aktuell überhaupt keine Lern- und Weiterbildungsangebote gibt.

"Unsere Studie verdeutlicht, dass die persönliche Weiterentwicklung im Jahr 2026 ein entscheidender Faktor für Zufriedenheit am Arbeitsplatz ist. Besonders für die jüngeren Generationen stellt sie ein Kernkriterium für die Bindung an den Arbeitgeber dar. Doch wir verzeichnen ein erhebliches Delta zwischen Wunsch und Wirklichkeit", sagt Christoph Drebes, Geschäftsführer der Mystery Minds GmbH.

Strukturelle Hürden und Frustrationsfaktoren

Die Unzufriedenheit mit bestehenden Programmen resultiert laut der Untersuchung von Mystery Minds aus systemischen Mängeln. Als Gründe werden - über mangelnde Verfügbarkeit hinaus - eine fehlende inhaltliche Passung von Weiterbildungen zum jeweiligen Job (35 Prozent) sowie zeitliche Barrieren genannt: 31 Prozent der Teilnehmenden können Lernangebote aus Zeitgründen nicht in ihren Arbeitsalltag integrieren.

Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Auffällig sind auch geschlechtsspezifische Unterschiede in der Zeitnutzung und Wahrnehmung. Während 52 Prozent der Frauen monatlich maximal 60 Minuten für Weiterbildung aufwenden, liegt dieser Anteil bei den Männern bei 45 Prozent. Für Frauen wiederum stellt die schwierige Integration in den Alltag das größte Hindernis dar, Männer hingegen nennen am häufigsten die fehlende inhaltliche Relevanz der Angebote.*

Einfluss von Hierarchie und Unternehmensgröße

Die Studie identifiziert zudem ein deutliches Gefälle entlang der Hierarchieebenen: Je höher die Position im Unternehmen, desto wichtiger, besser nutzbar und wirksamer werden die Weiterbildungsangebote wahrgenommen. 59 Prozent der Führungskräfte auf Vorstands- oder Geschäftsführungsebene nutzen Angebote in einem Umfang von über zwei Stunden im Monat - im oberen Management sind es 53 Prozent im mittleren bzw. Junior Management 45 Prozent. Mitarbeitende ohne Führungsverantwortung kommen hingegen lediglich auf 23 Prozent. Ebenso steigt mit zunehmender Unternehmensgröße die Wahrscheinlichkeit für das Vorhandensein und die Wirksamkeit von Entwicklungsprogrammen.

Klassische Formate und ungenutzte Potenziale

Bei den angebotenen Formaten dominieren weiterhin klassische, strukturierte Programme. Online-Kurse (49 %) sowie interne (42 %) und externe Workshops (39 %) stehen an der Spitze der genutzten Maßnahmen. Informelle Lernformate wie Peer-Learning (6 %), Lerncommunities (9 %) oder Microlearning (10 %) sind in deutschen Unternehmen bislang kaum etabliert.

Fazit

Die Mitarbeiterentwicklung hat sich 2026 zu einem strategischen Erfolgsfaktor für Unternehmen und ihre Beschäftigten entwickelt. Firmen stehen vor der Herausforderung, Lernangebote nicht nur bereitzustellen, sondern diese sichtbarer, zugänglicher und passgenauer zu gestalten, um die langfristige Bindung und Zukunftsfähigkeit sicherzustellen.



* Die Anzahl der Befragten, die diese Frage beantwortet haben, lag unter n = 100. Die Ergebnisse weisen im Vergleich zu den anderen Ergebnissen dieser Teilgruppen eine geringere statistische Aussagekraft auf.


Mehr Infos: www.mysteryminds.com

Das Vertrauen in KI nimmt zu - mit einer Ausnahme

24.02.2026

Im Kontrast dazu sprechen sich zwei Drittel explizit dagegen aus, dass Banken KI einsetzen. Grundsätzlich gegen die KI-Nutzung äußert sich immerhin ein Fünftel (21 Prozent) der Umfrageteilnehmer. Männer sind generell häufiger als Frauen dafür, dass KI zum Einsatz kommen soll - und zwar in allen abgefragten Bereichen.

Schere zwischen Verbrauchern und Unternehmen beim Vertrauensvorschuss

Eine ähnliche Tendenz zeigt sich bei der Frage, ob Verbraucher einem Unternehmen zutrauen, verantwortungsvoll mit ihren sensiblen Daten umzugehen, wenn KI mit im Spiel ist. Ganz vorne liegt hier das Gesundheitswesen: 65 Prozent gehen davon aus, dass Ärzte, Kliniken und Krankenkassen beim Einsatz von KI sorgfältig mit ihren Daten umgehen. Während die Unterschiede ansonsten eher gering sind, zeigen Männer ein wesentlich größeres Vertrauen in Ärzte/Kliniken/Krankenkassen, was die Verwendung ihrer Daten angeht, als Frauen (70 Prozent versus 61 Prozent). Am geringsten ist der Anteil derjenigen, die ihre Daten in guten Händen sehen, wenn es um Versicherungen geht (41 Prozent).

Sehr viel skeptischer zeigten sich Teilnehmer einer forsa-Umfrage noch 2024. Eine - teilweise deutliche - Mehrheit der Befragten fühlte sich damals eher unwohl, wenn KI medizinische Diagnosen stellt und Behandlungsempfehlungen gibt (61 Prozent), über staatliche Unterstützungsleistungen entscheidet (65 Prozent) oder in Bank- und Versicherungsgeschäften involviert ist (69 Prozent).

Im Gegensatz zu dem zurückhaltenden Zuspruch deutscher Verbraucher weisen Unternehmen eine gewisse KI-Euphorie auf: Laut einer globalen IDC-Studie vertrauen 78 Prozent der befragten Führungskräfte weltweit KI vollkommen. Allerdings haben erst 40 Prozent nach eigener Aussage in AI Governance, Erklärbarkeit und ethische Vorgaben investiert, um dieses Vertrauen auch abzusichern.

"2026 geht es nicht mehr darum, wer KI als Erster einsetzt. Entscheidend ist, wer funktionierende Rahmenwerke für die verantwortungsvolle Nutzung aufbaut", sagt Ingo Macht, Country Leader Deutschland von SAS. "Denn nur, wer sich dadurch das Vertrauen und die Akzeptanz von Verbrauchern und Mitarbeitern sichert, schafft die Grundlage für Wertschöpfung aus intelligenten Technologien. Der Report zeigt, dass in Deutschland hier noch Luft nach oben ist."

Mehr Infos: www.sas.com/de_de/home.html

Verlieren Unternhmen die Kontrolle über KI?

23.02.2026

Der Einsatz von KI im Datenbankmanagement hat sich laut dem State of the Database Landscape Report 2026 von Redgate innerhalb eines Jahres nahezu verdreifacht: Er stieg von 15 % auf 44 %. Das ist wenig verwunderlich, denn die Technologie liefert messbare Vorteile bei Automatisierung, Performance, Produktivität und Kosteneffizienz. Die Befragung von 2.162 Fachkräften sowie C-Level-Entscheidern aus Nordamerika, EMEA, APAC und weiteren Regionen ergab zudem, dass die Nutzung Künstlicher Intelligenz weiter steigen wird. Über 80 % der Befragten planen beispielsweise, zusätzliche KI-Tools für ihren Tätigkeitsbereich einzuführen.

Ein essenzieller Faktor, der den KI-Einsatz im Datenbankmanagement befeuert, ist die Zunahme der Komplexität von Datenbankumgebungen. Um die wachsende Vielfalt an Datentypen und Anwendungsfällen zu unterstützen, setzen Unternehmen auf eine immer größere Anzahl an Datenbankplattformen und Cloud-Hosting-Modellen. Über die Hälfte nutzt mittlerweile zwei bis drei Plattformen und 73 % betreiben hybride Systeme. Das erschwert allerdings nicht nur das Management, sondern auch die konsistente Governance über fragmentierte Umgebungen hinweg. Die rasante Verbreitung von KI in Daten-Workflows offenbart jedoch nun die Grenzen dieses Ansatzes. Unternehmen stehen vor einer entscheidenden Wahl: KI weiter zu beschleunigen und damit höhere Risiken in bereits komplexen Umgebungen zu akzeptieren oder zunächst die Grundlagen zu stärken, bevor sie weiter skalieren.

Sicherheit bleibt Hauptsorge der Unternehmen

Die Studie belegt, dass die Fähigkeit von Unternehmen, diese Entwicklungen sicher und konsistent zu steuern, hinter der Geschwindigkeit bei der Einführung zurückbleibt. Das gilt insbesondere in komplexen, plattformübergreifenden Umgebungen. Die gute Nachricht: Datensicherheit und -schutz stehen bei vielen Unternehmen trotz aller KI-Euphorie weiterhin im Fokus. Für 64 % der Befragten haben diese Themen aktuell oberste Priorität. Allerdings wären 58 % der Studienteilnehmer bereit, ein höheres Sicherheitsrisiko bei der KI-Nutzung zu akzeptieren, sofern sie dadurch Effizienzgewinne erzielen könnten. Das ist gerade bei Unternehmen, die KI noch nicht einsetzen, ein wenig anders, denn sie sind da skeptischer. Rund 73 % der Befragten dieser Firmen haben im Hinblick auf Künstliche Intelligenz große Sicherheitsbedenken und agieren zögerlicher, was die Kluft zwischen KI-Vorreitern und eher zurückhaltenden Unternehmen verdeutlicht. Es ist wahrscheinlich, dass sie zukünftig noch größer werden wird. Während Experten und das C-Level intern die Risiken der KI-Nutzung diskutieren, steigt zugleich der externe Druck durch rechtliche und regulatorische Vorgaben. Infolgedessen betrachten inzwischen 40 % der Unternehmen Compliance als Herausforderung - ein Anstieg innerhalb eines Jahres von 32 %.

Ein weiterer Faktor, der die Sicherheit von Datenbankumgebungen deutlich beeinflusst, ist der Fachkräftemangel. Er ist allgegenwärtig und hat ebenfalls seinen Anteil daran, dass die KI-Nutzung von Unternehmen massiv vorangetrieben wird. Dieses Vorgehen erweist sich jedoch als zweischneidiges Schwert: Fast die Hälfte der Befragten (49 %) gibt an, aufgrund der Verfügbarkeit von KI weniger Nachwuchskräfte einzustellen. Dadurch wird es langfristig schwieriger, die Zahl qualifizierter Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen, und gefährdet die Weitergabe wertvollen Expertenwissens.

"Der State of the Database Landscape Report 2026 zeigt, dass wachsende Datenbankkomplexität und die Geschwindigkeit der KI-Einführung für Unternehmen zu einem strategischen Risiko werden", erklärt Oliver Stein, Geschäftsführer DACH bei Redgate. "Um die Lücke zwischen schnellerer Innovation und Sicherheit zu schließen, müssen Unternehmen nicht nur ihre Kultur und Workflows anpassen. Es gilt auch, auf skalierbare Lösungen für das Datenbankmanagement zu setzen, die KI-basierte Funktionen, Governance und Transparenz direkt in die alltäglichen Prozesse integrieren."

Mehr Infos: www.red-gate.com

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