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Steinbeis-Beratungszentrum Wissensmanagement

Das Periodensystem der Künstlichen Intelligenz

23.04.2019

Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz sind deutsche Unternehmen noch sehr zurückhaltend. Das liegt häufig auch daran, dass es Unsicherheiten darüber gibt, was sich genau hinter dem Begriff KI verbirgt und welcher konkrete Nutzen sich daraus ziehen lässt. Um hier für mehr Übersicht zu sorgen, hat der Digitalverband Bitkom eine neue Webseite gestartet. Dort findet man ein „Periodensystem der Künstlichen Intelligenz“, das die zahlreichen Einsatzszenarien von KI erklärt. „Datenanalyse und Künstliche Intelligenz sind zwei Schlüsseltechnologien, die künftig nicht nur über den Erfolg einzelner Unternehmen, sondern über die Zukunft ganzer Volkswirtschaften entscheiden werden“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „In vielen Unternehmen fehlt es noch an Know-how. Das KI-Periodensystem liefert einen guten Überblick über eine ganze Reihe von KI-Technologien und ihren praktischen Nutzen.“

Insgesamt werden in dem Periodensystem 28 Elemente vorgestellt, die Teil von Künstlicher Intelligenz sind. Die Spannbreite reicht dabei von Spracherkennung bis zum Relationship Learning. Für jedes Element gibt die Website unter anderem eine Antwort darauf, was es leistet, wie es in Unternehmen eingesetzt werden kann, woran man seine wirtschaftliche Bedeutung erkennen kann und auch wer entsprechende Technologien und Lösungen anbietet. Zugleich werden auch mögliche Hürden beim Einsatz der Technologie im Alltag erläutert. Berg: „Beim Thema Künstliche Intelligenz dürfen wir nicht bei Appellen und Absichtserklärungen stehenbleiben. Wir müssen Künstliche Intelligenz jetzt machen – das heißt, die Technologie hierzulande weiterentwickeln und Anwendungen in die Praxis bringen.“ Mehr Info

Digitalisierung kommt in den deutschen Unternehmen an

18.04.2019

Die Digitalisierung kommt in aller Breite in der Wirtschaft an. Deutlich mehr Unternehmen stellen einen steigenden Wettbewerbsdruck durch die Digitalisierung fest und passen Produkte und Dienstleistungen an. So sagen zwei Drittel (65 Prozent) der Unternehmen ab 20 Mitarbeiter aus allen Branchen, dass IT- und Internet-Unternehmen in ihren Markt drängen, im vergangenen Jahr waren es erst 57 Prozent. Aber auch Unternehmen anderer Branchen werden durch die Digitalisierung plötzlich zu direkten Wettbewerbern – das erleben 60 Prozent der Unternehmen (2018: 53 Prozent). Und 42 Prozent räumen ein, dass ihnen Wettbewerber aus der eigenen Branche, die frühzeitig auf Digitalisierung gesetzt haben, nun voraus sind (2018: 37 Prozent). Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 606 Unternehmen aller Branchen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die im Rahmen des Technologie-Festivals hub.berlin vorgestellt wurde. Die Unternehmen reagieren auf diese neuen Wettbewerbsbedingungen immer stärker mit einer Veränderung ihres Angebots. So passen rund drei Viertel (72 Prozent) bestehende Produkte und Dienstleistungen an, vor einem Jahr waren es erst 63 Prozent. Erstmals sagt mehr als die Hälfte (53 Prozent, 2018: 48 Prozent), dass sie in Folge der Digitalisierung völlig neue Produkte und Dienstleistungen anbieten – und mit 45 Prozent (2018: 37 Prozent) nehmen auch sehr viel mehr Unternehmen aus diesem Grund Produkte und Dienstleistungen vom Markt. „Digitalisierung erzeugt mehr Wettbewerb und dieser Wettbewerb führt zu mehr Innovationen“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg.

Nur jedes fünfte Unternehmen investiert in digitale Geschäftsmodelle

Allerdings geben aktuell gerade einmal 15 Prozent aller Unternehmen an, dass sie einen Digital-Verantwortlichen wie einen Chief Digital Officer (CDO) oder Leiter Digitalisierung eingesetzt haben. Und jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) verfolgt keinerlei Strategie zur Bewältigung des digitalen Wandels. Über eine zentrale unternehmensweite Digitalstrategie verfügt gerade einmal jedes dritte Unternehmen (33 Prozent). Und nur jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) will im laufenden Jahr gezielt in die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle investieren. Rund jedes Zweite (54 Prozent) hat dies in der Vergangenheit getan, stellt aber in diesem Jahr dafür keine Ressourcen bereit. Und ebenfalls jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) hat bislang noch nie in digitale Geschäftsmodelle investiert. „Keine personelle Verantwortung, keine Zeit, kein Geld – so macht man keine Digitalisierungsstrategie“, mahnte Berg. „Damit die Weltmarktführer von heute auch in Zukunft an der globalen Spitze stehen, müssen sie jetzt in die Geschäftsmodelle von morgen investieren. Und das Geschäft von morgen ist ausschließlich digital.“

Digitalisierung: Probleme wachsen, aber Existenzangst schwindet

Die große Mehrheit aller Unternehmen (91 Prozent) sieht die Digitalisierung in erster Linie als Chance für ihr eigenes Unternehmen. Gerade einmal 7 Prozent sehen in ihr ein Risiko. Die Anzahl jener Unternehmen, die ihre Existenz durch die Digitalisierung gefährdet sehen, ist erstmals stark zurückgegangen. War das im Vorjahr noch jedes Vierte (24 Prozent), so sind es mit 12 Prozent jetzt nur noch halb so viele. Gleichzeitig geben mit 37 Prozent etwas mehr Unternehmen an, dass sie Probleme haben, die Digitalisierung zu bewältigen (2018: 33 Prozent). „Die Digitalisierung wirkt für weniger Unternehmen abstrakt bedrohlich. Sie wird konkret und auch die letzten Unternehmen setzen sich jetzt mit ihr auseinander – und stellen fest, dass Digitalisierung kein Selbstläufer ist“, sagte Berg.

Digitale Technologien werden trotz wachsender Bedeutung nur selten genutzt

Neue Technologien werden dabei nach Ansicht der Unternehmen immer wichtiger für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. So sprechen jeweils 8 von 10 Big Data (83 Prozent) und dem Internet of Things (79 Prozent) eine große Bedeutung zu, jeweils zwei Drittel sehen das für 3D-Druck (68 Prozent) und Virtual bzw. Augmented Reality (64 Prozent). Und jeweils 6 von 10 Unternehmen halten Künstliche Intelligenz (60 Prozent), Blockchain (59 Prozent) und autonome Fahrzeuge (57 Prozent) für entscheidend. „Die Unternehmen erkennen, wie wichtig der Einsatz innovativer Technologien ist, um im Wettbewerb erfolgreich sein zu können. Gegenüber dem Vorjahr sind die Werte durch die Bank gestiegen“, so Berg.

Diese Erkenntnis spiegelt sich aber noch zu selten im konkreten Handeln wider. So sagen nur 59 Prozent der Unternehmen, dass sie Big Data nutzen, den Einsatz planen oder zumindest darüber diskutieren. Mit deutlichem Abstand folgen Internet of Things (44 Prozent) und 3D-Druck (43 Prozent) sowie Virtual und Augmented Reality (32 Prozent). Eher abgeschlagen rangieren vergleichsweise junge Zukunftstechnologien wie autonome Fahrzeuge (17 Prozent), Künstliche Intelligenz (12 Prozent) und Blockchain (6 Prozent). „Wenn man an die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz als Querschnitts- und Schlüsseltechnologie denkt und an die Chancen, die eine noch sehr junge Technologie wie Blockchain bieten kann, dann muss diese Zurückhaltung verwundern“, sagte Berg. „Verglichen mit dem Vorjahr gibt es bei KI und Blockchain trotz der breiten öffentlichen Debatte praktisch keine verstärkte Befassung in den Unternehmen.“

Künstliche Intelligenz gilt der Mehrheit als wichtigste Zukunftstechnologie

Gerade mit Blick auf Künstliche Intelligenz klaffen Erkenntnis einerseits und unternehmerische Praxis andererseits weit auseinander. So sind 80 Prozent der Unternehmen überzeugt, dass Digitalunternehmen wie Amazon oder Google durch ihre führende Stellung bei KI zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für deutsche Kernindustrien wie die Automobilbranche werden. Fast ebenso viele (78 Prozent) sagen, dass KI als Technologie entscheidend dafür ist, ob deutsche Unternehmen künftig weltweit erfolgreich sind. Und 62 Prozent stellen fest: KI ist die wichtigste Zukunftstechnologie. Zugleich glauben aber 16 Prozent, dass KI keine Auswirkungen auf ihr Unternehmen hat, 27 Prozent sehen mit Blick auf das eigene Unternehmen KI als Risiko. Eine knappe Mehrheit von 53 Prozent hält KI dagegen für eine Chance für das eigene Unternehmen. „Wer glaubt, dass KI das eigene Geschäft nicht verändern wird, der dürfte einer fatalen Fehleinschätzung unterliegen. KI beeinflusst alles und jeden“, sagte Berg. „Die nationale KI-Strategie kann ein Hebel sein, dieses Bewusstsein weiter zu entwickeln. Damit dies gelingt, müssen wir bei der Umsetzung vorankommen und dürfen uns nicht in politischen Klein-Klein-Diskussionen und Etatstreits verlieren.“

Datenschutz ist die größte Hürde beim Einsatz neuer Technologien

Die Zurückhaltung beim Einsatz neuer Technologien hat dabei nach Einschätzung der Unternehmen eine ganze Reihe von Gründen. So sehen drei Viertel (74 Prozent) den Datenschutz als größte Hürde. Damit ist Datenschutz nicht nur der am häufigsten genannte Grund, im Zeitverlauf fühlen sich immer mehr Unternehmen durch ihn behindert. Vor einem Jahr hatten erst 63 Prozent Datenschutz als Technologie-Hürde genannt, 2017 sogar nur 45 Prozent. „Wir sollten aufpassen, dass wir in Deutschland nicht irgendwann den im internationalen Vergleich besten Datenschutz haben, aber mangels innovativer Geschäftsmodelle und veralteten Technologien keine wettbewerbsfähigen Unternehmen mehr“, so Berg: „Für die datengetriebene Wirtschaft brauchen wir eine in sich konsistente Datenpolitik, die nicht alle Daten über einen Kamm schert. Wir brauchen eine neue Balance zwischen Schutz der Privatsphäre und der Nutzung von Daten.“

Weitere häufig genannte Hürden für den Technologie-Einsatz sind Anforderungen an die technische Sicherheit (57 Prozent) und fehlende Fachkräfte (48 Prozent). Dagegen spielen langwierige Entscheidungsprozesse (21 Prozent) oder fehlende finanzielle Mittel (20 Prozent) nur eine vergleichsweise geringe Rolle. Mit 37 Prozent geben aber deutlich mehr Manager als in den Vorjahren an, dass ihnen die Zeit für den Einsatz neuer Technologien im Unternehmen fehlt. 2018 waren es 32 Prozent, 2017 sogar nur 18 Prozent. „Der Einsatz neuer Technologien ist nicht zuletzt Grundvoraussetzung für neue digitale Geschäftsmodelle – und diese werden über den Unternehmenserfolg in der Zukunft entscheiden. Niemand sollte Besseres zu tun haben, als das Unternehmen fit zu machen für eine sich rasant verändernde Welt“, sagte Berg.

Wirtschaftspolitik braucht digital-industriepolitische Flankierung

Mit Blick auf die Diskussion über eine neue nationale Industriestrategie forderte Berg eine digital-industriepolitische Flankierung der traditionell ordnungspolitisch orientierten deutschen Wirtschaftspolitik. „Wir verstehen Industriepolitik weder interventionistisch noch protektionistisch“, so Berg. „Aus unserer Sicht brauchen wir keinen Staat, der den Unternehmen sagt, was sie tun sollen und sich in ihre Entscheidungen einmischt. Es muss darum gehen, die Unternehmen stark zu machen. Je stärker die Unternehmen, umso weniger staatlichen Schutz brauchen sie.“

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Fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland bangt um seine Mitarbeiter

18.04.2019

Die niedrige Arbeitslosenquote und der Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt haben in vielen Branchen zu einem Bewerbermarkt geführt. So sind die Chancen und Wahlmöglichkeiten für viele Arbeitnehmer, speziell im IT- und Finanz-Bereich, deutlich gestiegen. Allerdings führt das auch zu einer höheren Wechselbereitschaft, wie die aktuelle Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half zeigt. Knapp die Hälfte der Personalverantwortlichen (47 %) gibt an, dass sich die freiwillige Mitarbeiterfluktuation in den letzten drei Jahren erhöht hat.

Entsprechend sieht gut ein Drittel der Befragten die größte Herausforderung im Bereich Talent Management in der Mitarbeiterbindung. „Neue Mitarbeiter gewinnen, Rekrutierungsprozesse verkürzen, besser kommunizieren - darauf lag bislang das Hauptaugenmerk von Arbeitgebern“, kommentiert Christian Umbs, Managing Director bei Robert Half. „All diese Punkte bleiben wichtig. Für das weitere Unternehmenswachstum wird es jedoch zunehmend zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor, Arbeitnehmer zu halten. Arbeitgeber müssen jetzt handeln und entsprechende Maßnahmen umsetzen, um für bestehende Mitarbeiter langfristig attraktiv zu bleiben.“

Handlungsbedarf orientiert sich an der Unternehmensgröße

Mitarbeiterfluktuation ist ein branchenübergreifendes Problem. Die Gründe für das Abwandern von Mitarbeitern unterscheiden sich hingegen je nach Unternehmensgröße.
Während in kleinen Unternehmen am häufigsten ein zu geringes Gehalt als Ursache genannt wird (41 %), ist es in großen Unternehmen das schlechte Zurechtkommen mit den Kollegen (37 %), das die Mitarbeiter dazu veranlasst einen neuen Arbeitgeber zu suchen. „Kleine Unternehmen sollten ihre Gehaltspakete regelmäßig überprüfen und alternative Anreize bieten, falls die Budgets keine größeren Gehaltssprünge erlauben“, erklärt Umbs. „Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern müssen sich der vielfachen Diversität der Belegschaft besser stellen. Das Verständnis zu schaffen, auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten, an einem Strang zu ziehen, gerät oftmals in den Hintergrund – ist für den Zusammenhalt im Team aber äußerst wichtig.“

In mittelgroßen Unternehmen ist die fehlende berufliche Entwicklung der häufigste Grund für Mitarbeiterfluktuation (37 %). „Der Fokus von Personalverantwortlichen in mittelständischen Unternehmen sollte auf den Karrierewegen liegen. Diese müssen klar definiert werden und Mitarbeitern attraktive berufliche Perspektiven aufzeigen“, so Personalexperte Umbs. „Oftmals wird eine Beförderung zu lange hinausgezögert, weil die Nachfolge nicht geregelt ist oder der Mitarbeiter noch nicht alle Kriterien hundertprozentig erfüllt. Das ist frustrierend und führt langfristig zur Kündigung. Mittelständler sollten mutiger werden und engagierten Mitarbeitern die Chance geben, den nächsten Schritt zu machen und sich in der neuen Position weiterzuentwickeln – zum Beispiel mit einem Mentor an ihrer Seite.“

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