ECM-Branche: Acht von zehn Unternehmen erwarten Umsatzplus

22.09.2017

Die Anbieter von Enterprise-Content-Management-Systemen blicken mit viel Optimismus auf das laufende Jahr. Acht von zehn Unternehmen (80 Prozent) erwarten für die zweite Jahreshälfte steigende Umsätze. 14 Prozent sagen stabile Einnahmen voraus. Nur 6 Prozent der Unternehmen der ECM-Branche gehen von einem Umsatzrückgang aus. Dies zeigt das 12. ECM-Barometer des Digitalverbands Bitkom. Der ECM-Index sinkt leicht um 3 Punkte auf 75 und befindet sich damit auf einem stabilen Niveau. „Die positiven Geschäftserwartungen spiegeln die weiterhin gute allgemeine wirtschaftliche Lage wider. Die Branche blickt positiv in die Zukunft, denn der Markt für ECM-Lösungen wächst beständig“, sagt Frank Früh, Bereichsleiter ECM beim Bitkom.

73 Prozent der Unternehmen hatten in der ersten Jahreshälfte einen steigenden Auftragseingang, 22 Prozent einen stabilen. 76 Prozent der ECM-Anbieter verzeichneten außerdem steigende Umsatzzahlen, bei 18 Prozent war der Umsatz stabil. Jeweils sechs Prozent hatten in der ersten Jahreshälfte mit fallenden Auftragseingängen und Umsätzen zu kämpfen.

Die grundsätzlich optimistischen Geschäftsprognosen der ECM-Branche trübt vor allem die Fachkräftesituation. 56 Prozent der befragten ITK-Unternehmen mit ECM-Geschäft sehen diesen Einflussfaktor als behindernd an. Knapp ein Viertel (24 Prozent) empfinden die Fachkräftesituation sogar als sehr behindernd. Nach einer Bitkom-Studie gibt es branchenübergreifend derzeit 51.000 unbesetzte Stellen für IT-Fachkräfte. „Der sich zuspitzende Fachkräftemangel ist damit mit Abstand das größte Hindernis für die eigene Geschäftsentwicklung, verhindert größeren Optimismus und dämpft allzu hohe Erwartungen“, sagt Früh. Jedes vierte ECM-Unternehmen (25 Prozent) gibt an, die politischen Rahmenbedingungen würden ein stärkeres Wachstum behindern. Kaum eine Rolle spielen dagegen Finanzierungsbedingungen, die nur von 4 Prozent der Unternehmen als hinderlich angesehen werden.

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Studie: Digitalisierung hat in Hochschulen einen schweren Stand

21.09.2017

Das auf Hochschulmanagement fokussierte Beratungsunternehmen Berinfor wollte mit seiner diesjährigen Hochschul-Studie herausfinden, inwieweit die Hochschulen das Zeitalter der digitalen Transformation eingeleitet haben und welche Potenziale sie für die Zukunft sehen. Grundlage der Studie „Die digitale Zukunft der Hochschule – wie sieht sie aus und wie lässt sie sich gestalten?“ ist eine Online-Befragung, die zwischen März und Mai 2017 an Schweizer und deutschen Hochschulen durchgeführt wurde. Schwerpunkt der Studie waren die drei zentralen Handlungsfelder „Lehre und Studium“, „Forschung“ sowie „Verwaltung und Hochschulmanagement“.

Die Digitalisierung wird die Zukunft der Hochschulen beeinflussen und prägen. In dieser Aussage sind sich die 455 Führungskräfte und Mitarbeiter der teilnehmenden Hochschulen einig. Die Befragten stammen zu 35 Prozent aus Universitäten, zu 53 Prozent aus Fachhochschulen und zu 9 Prozent aus Pädagogischen Hochschulen. 59 Prozent der Teilnehmer kamen aus der Schweiz und 41 Prozent aus Deutschland.

„Mehr als neunzig Prozent der Befragten geben an, dass sich die Digitalisierung bereits jetzt auf die Hochschulen auswirkt und sich in den kommenden Jahren mit großer Dynamik weiter entwickeln wird“, fasst Patricia Gautschi, Co-Autorin der Studie und Consultant der Berinfor, eines der Kernergebnisse der Umfrage zusammen.

Die Ergebnisse der Online-Befragung zeigen zudem auf, dass Digitalisierungsprojekte in den zentralen Handlungsfeldern nicht zu gleichen Teilen verbreitet sind und eine unterschiedliche Akzeptanz bei den Mitarbeitern der jeweiligen Handlungsfelder haben. Mitarbeiter aus dem Handlungsfeld „Verwaltung und Hochschulmanagement“ erfahren durch digitale Lösungen eine Unterstützung und Effizienzsteigerung ihrer Arbeit. Innerhalb der Verwaltung gaben 45 Prozent der Befragten eine „starke“ bis „sehr starke“ Nutzung digitaler Tools an.

Für die Forschung sehen die Befragten hingegen eine noch nicht sehr ausgeprägte Nutzung digitaler Möglichkeiten. Sie attestieren diesem Handlungsfeld eine „mittlere“ bis „geringe“ Nutzung.

Ein möglicher Grund für die bislang eher geringe Nutzung liegt mitunter darin, dass (digitale) Methoden des Forschungsprojektmanagements eher selten verwendet werden. Zudem sind Themen wie „Forschungsdatenmanagement“ zwar hoch aktuell, aber auch mit Herausforderungen verbunden, mit denen sich die Hochschulen auseinandersetzen. Hinzu kommt, dass die digital erzeugte Transparenz und der vereinfachte Zugang von Forschungsdaten oftmals ein heikles Thema ist, das in der Scientific Community rege diskutiert wird.

„Im Bereich der Forschung liegt aber ein sehr großes Potenzial, digitale Möglichkeiten gewinnbringend zu nutzen“, so Patricia Gautschi. Der Einsatz digitaler Lösungen fördert die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern an verschiedenen Standorten und bietet ganz neue Möglichkeiten, bspw. das immer wichtiger werdende Thema von „Big-Data“ voranzutreiben.

Für das Handlungsfeld „Lehre und Studium“ geben die Teilnehmer an, digitale Tools „stark“ bis „sehr stark“ im administrativen Bereich zur „Organisation des Studiums“ und der „Lehrangebotsplanung“ zu nutzen. Bei der Gestaltung der Lehre und der Weiterbildung wurde die Nutzung nur als „mittel“ bis „sehr gering“ angegeben.

In allen drei genannten Handlungsfeldern sehen die Studien-Teilnehmer aber einstimmig ein sehr großes Entwicklungspotenzial für Digitalisierungsprojekte.

„Die Studie zeigt, dass Digitalisierungsprojekte die höchste Akzeptanz erfahren, wenn sie den Mitarbeitenden und Studierenden unmittelbaren Mehrwert bieten und Prozesse optimieren“, prognostiziert Marco Balocco, Managing Partner Schweiz bei Berinfor. „Digitalisierungsprojekte, die dem Anwender keinen direkten Nutzen bringen und nur wegen ihrer technischen Möglichkeiten realisiert werden, werden auch an den Hochschulen niemals erfolgreich sein.“

„Die Herausforderung besteht für die Hochschulen darin, mit der Schnelllebigkeit digitaler Entwicklungen umzugehen“, ergänzt Paul Licka, Managing Partner Deutschland bei Berinfor und Co-Autor der Studie. „Entscheidungen müssen schnell getroffen und auch zeitnah umgesetzt werden.“ Dies erfordere eine agile und flexible Organisationsstruktur. Licka: „Hier haben die Hochschulen Nachholbedarf. Die oftmals langwierigen Abstimmungen zwischen den beteiligten Abteilungen und Gremien können mit dem hohen Tempo der Digitalisierung nicht Schritt halten.“

„Hochschulen müssen sachlich analysieren, wo und in welchem Umfang digitale Tools hilfreich sein können“, betonte Patricia Gautschi. „Wir raten den Hochschulen, die Digitalisierung nicht als Problem, sondern als Chance und Anlass für eine Modernisierung und Entwicklung zu betrachten.“

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Nur vier von zehn Unternehmen sind auf Cyberangriffe vorbereitet

20.09.2017

Digitale Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl kann jedes Unternehmen treffen – doch die wenigsten sind für diesen Fall vorbereitet. Wenn die Sicherheitssysteme einen Hackerangriff melden oder die IT-Systeme von außen lahmgelegt werden, gibt es gerade einmal in 4 von 10 Unternehmen (43 Prozent) ein Notfallmanagement das festlegt, was zu tun ist. Dabei sind selbst die Betreiber sogenannter kritischer Infrastrukturen (KRITIS) wie etwa Energieversorger oder Finanzdienstleister kaum besser vorbereitet als die übrigen Branchen. So verfügen 53 Prozent der KRITIS-Unternehmen über einen Notfallplan, bei den Nicht-KRITIS-Unternehmen sind es 41 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Studie des Digitalverbands Bitkom, für die 1.069 Geschäftsführer und Sicherheitsverantwortliche quer durch alle Branchen repräsentativ befragt wurden.

Unter den großen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern verfügen rund zwei Drittel (68 Prozent) über ein Notfallmanagement, bei Mittelständlern mit 100 bis 499 Mitarbeitern sind es 61 Prozent und bei den kleineren Unternehmen mit 10 bis 99 Mitarbeitern haben sich sogar nur 40 Prozent vorbereitet. „Die Verantwortlichen in den Unternehmen sollten erkennen, dass die Gefahr digitaler Angriffe real ist. Wer darauf verzichtet, einen entsprechenden Notfallplan zu erstellen und kein Notfallmanagement etabliert, der gefährdet die Sicherheit des eigenen Unternehmens, seiner Mitarbeiter, Partner und Kunden“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Ein betriebliches Notfallmanagement legt in schriftlicher Form Sofortmaßnahmen fest, die erfolgen müssen wenn etwa die Produktion aufgrund digitaler Angriffe lahmgelegt wird, wichtige Webseiten wie Online-Dienste oder Online-Shops nicht erreichbar sind oder aber sensible Unternehmensdaten abfließen. Ziel ist es, den jeweiligen Cyberangriff möglichst rasch zu unterbinden, die Integrität der Daten zu schützen und die Arbeitsfähigkeit des Unternehmens wieder herzustellen. Die Maßnahmen für die Erarbeitung eines Notfallmanagements können dabei vom Erstellen einer Kontaktliste mit den wichtigsten Ansprechpartnern bis hin zu mehrtägigen Übungen reichen, bei denen verschiedene Szenarien durchgespielt werden. Das Notfallmanagement sollte auch festlegen, in welchen Fällen externe Dienstleister hinzugezogen werden, wann staatliche Stellen eingeschaltet oder wie Mitarbeiter oder auch die Öffentlichkeit von dem Vorfall informiert werden können. Berg: „Unternehmen, die ein Notfallmanagement etablieren, können im Krisenfall schneller reagieren und machen weniger Fehler“, sagt Berg.

Informationen zum Notfallmanagement bei IT-Angriffen finden sich beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik unter http://bit.ly/1O8ewxU oder bei Deutschland sicher im Netz unter http://bit.ly/1GKt18o.

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